Zwei Böcke in 24 Stunden an derselben Stelle
Bockjagd in Heek
30.07., Heek – Schlackenweg:
Paul hatte sich nach kurzer Begutachtung der neuen, recht hohen Kanzel dazu entschieden, dort am Schlackenweg anzusitzen. Der Abend blieb allerdings komplett ruhig – kein einziges Stück Wild ließ sich blicken. Trotzdem wollte er es am nächsten Abend noch einmal probieren.
Auch da war es lange still. Sigrid war gerade unterwegs, zum Schleppen ziehen, als gegen 20:50 Uhr auch Sophias Handy klingelte. Am anderen Ende: Paul.
„Kannst du einen Hund und ein Messer mitbringen? Der Bock liegt sicher, ist aber über den Stacheldraht abgesprungen.“
„Klar – welchen Hund?“ – Nero sollte es sein.
Also: ab zum Hof, Nero II vom Dinkelhof ins Auto, lange Leine dazu – los geht’s.
Am Hof angekommen, traf Sophia auf Sigrid – die war schon informiert und hatte Nero bereits rausgeholt.
Nero II ist inzwischen zehn Jahre alt – ein echter alter Hase in Sachen Nachsuche, mit bestandener 20- und 40-Stunden-VSwP. Trotz seines Alters ist er mit voller Begeisterung dabei, und man merkte ihm schon beim Ansetzen an, dass er richtig Spaß an der Arbeit hatte.
Gemeinsam ging’s rüber zur Weide. Während Sophia noch zur Kanzel schaute, war Paul längst allein zum Anschuss vorgelaufen. Also direkt hinterher – Nero fertiggemacht und angesetzt.
Am Anschuss war klar erkennbar Schweiß zu sehen. Nero nahm die Fährte sofort an, führte uns zielsicher durch den Stacheldraht an der Buschkante entlang. Keine 15 Meter dahinter stand er kurz vor – und sprang dann mit einem Satz auf den Bock.
Wir kamen kaum durch den Draht, da hatte Nero den Bock schon gepackt und mit voller Kraft in unsere Richtung gezogen – als wäre es übergroßer Fuchs.
Eine kurze, saubere Nachsuche – für Hund und Schütze gleichermaßen ein schöner Moment.
Am Hof erzählte Paul dann, wie es zum Schuss gekommen war:
Der Bock kam aus der Ecke der Weide und zog quer rüber. Ein kurzer Pfiff – der Bock hob das Haupt – Paul konnte den Schuss sauber antragen.
Es war sein erster Bock nach der Hüft-OP und der erste in Heek seit drei Jahren. Ein starker Sechser, etwa drei Jahre alt.
Natürlich wurde der Bock noch am Hof von Sigrid und Sophia verblasen.
Lieber Paul: Waidmannsheil zu diesem braven Bock!
Doch das sollte noch nicht alles gewesen sein.
Paul erzählte, dass er auch einen kleineren Bock gesehen hatte – etwas mehr als ein Knopfbock. Und da Sophia in diesem Jahr mit einem kleinen Bock in Heek dran war, war schnell klar: Am nächsten Abend geht’s nochmal los – mit Sigrid, zur gleichen Stelle.
Die ersten eineinhalb Stunden sahen wir nichts. Dann kam ein junger, angehender Sechser aus dem Buchenbusch. Den konnten wir eine Zeit lang gut beobachten, bevor er weiterzog. Danach war wieder Ruhe.
Kurz bevor wir abbauen wollten, kam plötzlich ein Stück Rehwild neben uns aus der Hecke: Ein Bock!
Es war genau der, von dem Paul gesprochen hatte. Er zog quer über die Weide, Richtung Buchenbusch. Kurz vor der Aufforstung blieb er passend stehen und auch Sophia konnte den Schuss sauber antragen. Der Bock lag im Knall. Dieser Bock war nicht nur der erste in Heek, sondern auch der erste mit der gewonnenen Waffe von der Kleemann.
Der zweite Bock – innerhalb von 24 Stunden – an derselben Stelle.
Natürlich wurde auch dieser Bock am Hof von Sigrid verblasen.
Waidmannsheil zum ersten Bock in Heek!
Manchmal passt eben alles zusammen…
